Wärmebrücken nachweisen und energetische Verluste gezielt minimieren
- Nachweisverfahren für pauschale oder detaillierte Bewertung
- Grundlage für energetische Bilanzierung und Effizienzhaus-Nachweis
- Einfluss auf Förderhöhe und Qualitätssicherung bei Planung und Bau
Optimierung der Energiebilanz durch detaillierten Wärmebrückennachweis
Wer sich anstatt der pauschalen Zuschläge für Wärmebrücken für den detaillierten Einzelnachweis entscheidet, kann den berechneten Energiebedarf deutlich senken. Nicht nur die KfW-Effizienzhausklasse kann häufig verbessert werden, regelmäßig können auch Kosten für Dämmstoff gespart werden. In der Regel lohnt sich der Aufwand sogar bei Einfamilienhäusern, da der Gleichwertigkeitsnachweis für Beiblatt 2-Konstruktionen ähnlich aufwendig ist.
Der detaillierte Wärmebrückennachweis ist oft mit einem erheblichen Planungs- und Berechnungsaufwand verbunden.
Was ist eine Wärmebrücke?
Eine Wärmebrücke bezeichnet eine Stelle in der Gebäudehülle, an der die thermische Isolierung weniger effektiv ist als in den umgebenden Bereichen. Dies führt dazu, dass an dieser Stelle mehr Wärme durch die Gebäudehülle verloren geht. Typische Beispiele sind beispielsweise Betondecken, die direkt mit Außenluft in Kontakt stehen, oder Fensterrahmen, die schlecht isoliert sind. Wärmebrücken erhöhen den Energiebedarf für Heizung und Kühlung und können auch zu Feuchtigkeitsproblemen führen, was wiederum die Bausubstanz und die Raumluftqualität beeinträchtigen kann.
Häufige Fragen und Antworten
Mit einer sachkundigen Berechnung von Wärmebrücken können die pauschalen Wärmebrückenzuschläge erheblich reduziert werden. Die detaillierte Berechnung führt erfahrungsgemäß zu Wärmebrücken-Zuschlägen, die nur zwischen 0,00 und 0,02 W/(m²K) liegen. So kann der Wärmeverlust für annähernd alle Arten von Gebäuden minimiert werden.
Die Wärmebrückenberechnung bezieht sich auf sogenannte konstruktive Wärmebrücken. Das sind nach DIN V 4108-6:
- Gebäudekanten
- Umlaufende Bauteilanschlüsse von Fenstern und Türen
- Wand- und Deckeneinbindungen
- Deckenauflager
- Wärmetechnisch entkoppelte Balkonplatten
Welche Kosten für eine Wärmebrückenberechnung anfallen, hängt von der Anzahl der Wärmebrücken ab. Ein größeres Gebäude besitzt nicht zwangsläufig mehr Wärmebrücken als ein kleineres, da sich Wärmebrücken häufig wiederholen und Gebäudehüllen unabhängig von der Größe eines Gebäudes sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen können. In der Regel ist aber der finanzielle Vorteil durch die detaillierte Berechnung bei einem Mehrfamilienhaus meist höher als bei einem Einfamilienhaus.
Zur Erstellung des detaillierten Wärmebrückennachweises benötigen wir die Pläne als PDF, im DWG- oder BIMx-Format. Wir begleiten Sie aber auch gerne von Anfang an bei der Planung.
Ein detaillierter Wärmebrückennachweis ist Pflicht, wenn ein relevantes Wärmebrückendetail in Wärmebrückenkatalogen nicht geführt bzw. in der DIN 4108-2 nicht enthalten ist und daher ein Gleichwertigkeitsnachweis nicht erbracht werden kann. Der Nachweis ist ebenfalls erforderlich, wenn im Fall der Inanspruchnahme von Fördermitteln ein detaillierter Nachweis gefordert wird, zum Beispiel im Fall einer energetischen Sanierung oder für einen Neubau nach Effizienzhaus-Standards. Für alle Fragen rund um diese Themen steht Ihnen die WERK.E-Energieberatung jederzeit zur Verfügung!