Energieeffizient bauen und sanieren: Was Eigentümer 2021 beachten sollten

Das Klimaschutzkonzept der Bundesregierung sagt, dass bis 2050 der Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral sein soll. Der Weg zu diesem Ziel ist jedoch noch lang. Um es zu erreichen, hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Marktanreizprogramm aufgelegt und zum Jahresbeginn 2021 ausgebaut.

Eines dieser wichtigen neuen Programme heißt Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG.

Seit Anfang des Jahres können im BEG Zuschüsse für Einzelmaßnahmen wie beispielsweise die Dämmung der Gebäudehülle, der Austausch von Fenstern und Türen oder der Einsatz erneuerbarer Energien beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden. Der Fördersatz beträgt dabei zwischen 20% und 50%.

Ein paar Beispiele:

Der Austausch von Fenstern oder der Haustür wird mit 25% direkt bezuschusst. Das heißt, dass der Zuschuss nicht zurückgezahlt werden muss und ohne Kredit oder ähnlichem ausgezahlt wird.

Der Austausch einer Öl-Heizung kann auf gleichem Wege unter Umständen mit bis zu 50% bezuschusst werden.

Auch das Dämmen der Dachfläche oder der obersten Geschossdecke wird mit 25% bezuschusst.

Wichtig ist, dass die Förderanträge vor der Vergabe des Auftrags eingereicht werden und dass der Zuschussantrag mit einem ausreichenden Investitionsvolumen beantragt wird. Für die meisten Förderanträge wird ein/e zugelassene/r Energie-Effizienz-Berater/in benötigt, der/die die Förderanträge abwickelt und bei der Baumaßnahme begleitet. Der Zuschuss wird, wie bei den meisten Förderprogrammen, nach der Sanierung ausgezahlt.

Die Förderung wird noch erweitert, wenn es sich um umfängliche Sanierungen handelt. Dann werden sowohl die Zuschusssummen als auch die Fördersätze für die gesamten Sanierungsmaßnahmen deutlich angehoben. Diese Maßnahmen werden dabei optimal aufeinander abgestimmt. Das bedeutet, dass z.B. die Heizungsanlage exakt auf die durch die Sanierung erneuerte Fenster- und Fassadenkonstellation angepasst wird.  In dieser sogenannten Effizienzhaussanierung kommt es in der Praxis regelmäßig zu Auszahlungssummen von weit über 40.000€.

Die frühzeitige Planung durch eine/n Energie-Effizienz-Berater/in lohnt sich dabei besonders, da es seit Anfang dieses Jahres 5% mehr und somit insgesamt 25% Förderung bei Zuschüssen gibt, wenn die durchzuführende energetische Maßnahme zuvor in einem individuellen Sanierungsfahrplan als ein sinnvoller Schritt zur Sanierung von einem/einer Energie-Effizienz-Berater/in empfohlen wurde. Dabei wird auch immer der optimale Einsatz von erneuerbaren Energien geprüft.

Derartige Beratungs- und Planungsleistungen werden zu 80% gefördert. In den oben genannten Beispielen wurden diese erhöhten Fördersätze einbezogen.

Entscheidungen sollten jedoch nicht allein von Fördermitteln abhängig gemacht werden. Entscheidend für Bauherrinnen und -herren ist, dass sie nur in Maßnahmen investieren, die zum Haus passen und in der jeweils ganz individuellen Gebäudekonstellation nicht nur sinnvoll, sondern möglichst optimal sind.

Ebenso attraktiv wie die Förderung der Sanierung von Bestandsimmobilien ist die Förderung im Neubau.

Dort fördert die KfW besonders effiziente Neubauten mit Krediten, die mit Tilgungszuschüssen verbunden sind. Wie gut die Konditionen dieser Förderprogramme sind, hängt in erster Linie davon ab, wie energieeffizient das fertiggestellte Gebäude letztendlich ist. Die Tilgungszuschüsse variieren zwischen 18.000€ (15%) und 30.000€ (25%) je Wohneinheit. Die Nutzung dieser KfW Zuschüsse ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch in aller Regel sinnvoll und motiviert viele Bauherrinnen und -herren zum Bau eines Gebäudes mit sehr geringen CO2-Emissionen. Diese Förderung im Neubau-Bereich wird im Sommer 2021 noch weiter durch den Bund ausgebaut.

Alles in allem gab es noch nie so attraktive Zuschüsse und Förderungen für Bauherrinnen und -herren, sowohl für große als auch für kleine Projekte. Die Bundesregierung bereitet damit den Weg für einen CO2 neutralen Gebäudebestand. Jede/r einzelne kann so ein Teil zum Klimaschutz beitragen. Mit den Zuschüssen des Bundes werden auch sehr ambitionierte Vorhaben, die sich vormals nicht realisieren ließen, wirtschaftlich interessant.

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3. Januar 2022